TV war gestern.

Serien

Sie haben uns nicht nur vom Diktat der Sendezeiten befreit, sie erlauben uns, so viel und so lange zu schauen, wie — und wo (hallo, Badewanne) — wir möchten: Die Serien, denen man früher mal das Präfix "TV" verpasst hat. 
Mal faszinieren sie mit Tiefe, mal eben gerade nicht; immer erlauben sie uns auszubrechen und den Alltag hinter uns zu lassen. Besonders gefällt uns, dass sie immer öfter festgefahrene Rollenbilder hinterfragen.
Hier eine Auswahl der Favoriten, in die wir Zeit investiert haben. Aktuelle Tipps gibt es fortlaufend im kostenlosen Abo.

Schnellschüsse
bewertet auf der Zehner-Skala

Russian Doll, Season 1

Collateral, Mini Series

The Good Fight, Seasons 1 + 2

Homeland, Season 1 + 2
Season 3: 4, Season 4: 8, Season 5: 9,
Season 6: 7, Season 7: 7

Berlin Station, Seasons 1 - 3

Madam Secretary, Seasons 1 - 5

This Is Us, Seasons 1 - 3

Press, Mini Series

The Split, Series 1

Bad Banks, Staffel 1

Big Little Lies, Season 1

The Night Of, Mini Series

Doctor Foster, Series 1 + 2

True Detective, Season 1

True Detective, Season 2

True Detective, Season 3

läuft gerade

Killing Eve

Bitte nicht schon wieder eine deprimierende Serie, in der ein hassenswerter Serienmörder gejagt wird! Vielleicht hat sich die sublim durchgeknallte Phoebe Waller-Bridge sowas ähnliches gedacht, als sie sich “Killing Eve” vorgenommen hat. Oder, unwahrscheinlicher, mein Wunsch ans Unterhaltungs-Universum wurde erhört. Am wahrscheinlichsten ist, dass Phoebe auf Basis des Vorhandenen (Luke Jennings’ Romane) erkannt hat, dass sie hier klug, menschlich und ziemlich ironisch das Krimi-Genre durcheinander wirbeln kann.

Entstanden sind jedenfalls acht Folgen, in denen sich Gut und eine Art Böse (endlich mal!) in Gestalt von zwei Frauen gegenüberstehen — Villanelle (Jodie Comer) mordet, weil es ihr ein Leben in Freiheit ermöglicht; Eve (Sandra Oh) heftet sich ihr an die Fersen, weil sie nicht anders kann. Getötet wird mit einer Lakonie, die der Betroffenheit der ZuschauerInnen den Boden unter den Füssen weg zieht. Wer denkt, sexuelle Spannungen zwischen den beiden Protagonistinnen bleiben dabei aus, irrt. Diesem in Serien immer beliebteren Klischee ist Phoebe nicht entkommen.

Wegen ein paar extravaganter Outfits wird die Serie übrigens gern als besonders stylish beschrieben. Kann ich nicht bestätigen. Auch, wenn der Dries Van Noten-Look, den Vilanelle im Tailer ab 0:35 trägt, definitiv ein modisches Highlight ist.

Eine zweite Staffel läuft ab dem 7. April 2019.

Wanderlust

Die Aufregung war, es scheint ein nicht endendes Zeichen der Zeit, gross. Der TV-Sender BBC One hatte mit Wanderlust eine Serie angekündigt, in der es in aller Deutlichkeit auch um Sex geht. Dann hatte Hauptdarstellerin Toni Collette (links) die Diskussion mit der Aussage, sie werde den ersten Orgasmus beim altehrwürdigen Sender haben (bzw. spielen), noch angeheizt.

In der ersten Episode, kommt es vorläufig allerdings nicht dazu.

Erst klappt der Sex mit dem Ehemann nicht. Es ist der erste Versuch nach einem Velo-Unfall, von dem sich Collettes Charakter Joy (ja, wirklich) noch nicht vollständig erholt hat. Dann wird sie beim Masturbieren von ihrem Sohn überrascht.

Der Unfall stellt natürlich eine Zäsur dar. Er hätte schlimmere Folgen haben können und hey, warum soll ich auf tollen Sex verzichten, wenn ich das schon überlebt habe? Und so nimmt sie sich, schön selbstbewusst, einen fremden Mann mit nach Hause, bzw. in ihre ans Zuhause angegliederte Therapie-Praxis und… Eben. Alan, ihr Mann, tut fast gleichzeitig das Gleiche mit einer Arbeitskollegin. Und so kommen die beiden, schliesslich lieben sie einander und da ist das praktisch beziehungserhaltende Pflicht, zum Schluss, dass das gut ist und es so weitergehen kann. Ganze sechs Folgen lang (heute Abend läuft die dritte).

Gespannt bin ich dabei vor allem, ob es der Serie gelingt, glaubwürdig zu vermitteln, dass Joy sich selbst in die Potenz bringt und die althergebrachte Begehrensökonomie zu wandeln vermag. Sie sich selbst also nicht als Spiegel eines Mannes sieht.

The Marvelous Mrs. Maisel

Stell dir vor, es ist 1958, du bist 26, Hausfrau und Mutter von zwei Kids, weil du direkt nach der Schule geheiratet hast. Dann verlässt dich dein Mann; ihm ist langweilig.

So geht es Miriam "Midge" Maisel, ihres Zeichens jüdische Hausfrau auf der New Yorker Upper West Side in der Serie The Marvelous Mrs. Maisel

Der Mann also ist weg, das irritiert Midge nur kurz. Schnell erkennt sie neue Freiheiten, darunter die Möglichkeit, als Stand-up-Comedienne aufzutreten. Der richtige Ort dafür ist 1958 das Gaslight Café in Greenwich Village, also “downtown”, weit weg vom feudalen Alltag der Upper West Side.

Und so nimmt eine unterhaltsame Geschichte ihren Lauf, die mit einem ersten Auftritt beginnt, in dem folgender Spruch fällt: I loved him. And I showed him I loved him. All that shit they say about Jewish girls in the bedroom? Not true. There are French whores standing around the Marais District saying: "Did you hear what Midge did to Joel’s balls the other night?" Und, acht Episoden später, mit einem Plädoyer für das nicht dem Patriarchat gehorchende Frau-Sein vorläufig endet: "Why do women have to pretend to be something they're not? Why do we have to pretend to be stupid when we're not stupid? Why do we have to pretend to be helpless when we're not helpless? Why do we have to pretend to be sorry when we have nothing to be sorry about?"

Spätestens da merkt man dann, dass Amy Sherman-Palladino (und ihr Mann Daniel Palladino) hinter der Sache stecken.

Gut ankommen tut das Ganze in erster Linie dank einer beeindruckenden Leistung von Rachel Brosnahan, die Midge als wache, schnell- und vielredende, (im Rahmen dessen, was sie von der Welt kennt) feministische und aus dem Innern heraus lustige Frau sehr überzeugend porträtiert.

Die zweite Staffel lief im Dezember 2018.

Godless

Das Frauenbild hier entspricht exakt unserem: Die Protagonistinnen sind stark, unabhängig und brauchen keine Bestätigung von aussen. Dass sie echte Knarren und Munition haben, während bei uns der Kopf lädt und der Mund feuert — geschenkt.

Wir befinden uns um 1880 im amerikanischen Westen. In einer Stadt, in der es kaum Männer gibt. Das Sagen hat, mindestens zu Beginn, die Witwe des Bürgermeisters, die seine Klamotten aufträgt. Die Lehrerin ist eine ehemalige Nutte und dank ihrer Vergangenheit die reichste Person hier, in La Belle, New Mexico. Draussen vor der Stadt lebt Alice Fletcher mit ihrem Sohn und ihrer indianischen Schwiegermutter.  Willkommen im Nie-Manns-Land. 

In sieben Episoden entfaltet sich das klassischste Motiv des Westerns — eines Genres, in dem Frauen bisher leider zu Nebenrollen verdammt waren: Der Kampf zwischen Gut und Böse. 

Und verdammt, schlagen sie sich gut, die Frauen, sobald sie gleichberechtigt Rollen besetzen. Sie tragen Verantwortung und Waffen. Sie verströmen Selbstbewusstsein ohne Grossspurigkeit. Sie haben ihr Leben ganz selbstverständlich im Griff. Sie erkennen: Es geht auch ohne Männer.

Und verdammt, ist es bös, das Böse. Es reitet in der Gestalt des bärtigen Frank Griffin (oben rechts)durch die Handlung, der an Kaltblütigkeit nicht zu überbieten ist, auch, wenn zwischendurch die Empathie aufblitzt, die seinem Berufsstand — er ist Priester — nachgesagt wird. Der Serientitel ist exzellent gewählt.

Durch einen Konflikt mit Roy Goode, einem ehemaligen Mit(st)reiter Griffins, den er ideell als Sohn sieht, zieht es Griffin und seinen 30-köpfigen Trupp aus Abschaum zum grossen Showdown nach La Belle. 

Bis es soweit kommt, bleibt Zeit und Raum für die Entwicklung verschiedenster interessanter Charaktere und Themen, die heute so aktuell sind, wie sie in der damaligen Zeit dargestellt werden: gleichgeschlechtliche Liebe, Freundschaft, Loyalität, Rassismus, die Rolle der Medien.

Das Ganze ist äusserst brutal, dabei aber sehenswerter als alles, was in diesem an guter Unterhaltung nicht armen Jahr bisher geboten wurde.

Einziger Wermutstropfen: Am Ende braucht es neben all den starken Frauen doch auch zwei Männer, um La Belle zu retten. Ob das auch so ausgegangen wäre, wenn Autor und Produzent Frauen gewesen wären…?

Gute Mädchen: Aufstehen
(aus unserer Ausgabe vom 10. Januar 2017)

Die zehn Folgen von Good Girls Revolt haben wir fast so schnell wegschnabuliert wie die Weihnachtsguetzli unserer Eltern (ja, dieses Jahr hat auch ein Vater zum süssen Weihnachtsgenuss beigetragen).

Worum geht es? Um nichts anderes als den Kampf um Gleichberechtigung in den späten 1960-er Jahren, bzw. zu Beginn von 1970. Haupt-Plot ist der der Wirklichkeit nacherzählte Kampf der Reporterinnen des fiktiven Wochenmagazins "News of the Week" um das Recht, selbst Texte schreiben und veröffentlichen zu dürfen. Denn das ist, obwohl rechtlich nicht haltbar, bei dem Magazin — Pate stand "Newsweek" — nicht möglich, weil “das schon immer so war”; Frauen recherchieren hier zwar für Geschichten und unterstützen ihre männlichen Kollegen bei der Erstellung von Artikeln, werden aber im Heft mit keiner Silbe erwähnt. Auf also in den Arbeitsrechts-Kampf, der Arbeitgeber soll wegen Diskriminierung verklagt werden.

Das ist spannend, weil der Prozess gezeigt wird, den die einzelnen Frauen durchlaufen, bis sie ihre Unterschrift unter die Klageschrift setzen; aber auch, weil der Alltag in einer Redaktion, die Beziehungen der Frauen untereinander und zu den männlichen Kollegen (die oft mehr als das sind) und weitreichende Themen der damaligen Zeit mit Präzision und Feingefühl erzählt werden. Aber das ist nicht alles; es geht auch um Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, zwischen Schwarz und Weiss. Um die Entdeckung und Weiterentwicklung der eigenen Sexualität. Und um übeln Sexismus (der allerdings gemäss Lynn Povich, auf deren Memoiren die Serie basiert, in Wirklichkeit noch viel widerlicher war als in der Serie dargestellt).

Good Girls Revolt sind zehn dicht erzählte, aber nicht überfrachtete Episoden, die gekrönt werden von einem soliden Soundtrack.

UnREAL

Eine bitterböse Abrechnung mit Reality-TV. Grossartig auch die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen Shiri Appleby und Constance Zimmer.

Season 3 lief ab 26. Februar 2018.


Ozark
(aus unserer Ausgabe vom 27. Juli 2017)

Netflix hat es wieder getan: Uns eine zehnteilige Serie vorgesetzt, die wir im Nu wegschnabuliert haben. Diesmal geht es um Familie Byrde, der Vater (Jason Bateman) ein Krimineller im grossen Stil, ohne dafür geboren zu sein. Im Alltag verkörpert er ihn schon gar nicht. Und trotzdem zieht er seine ganze Familie in seine Machenschaften und mit ihr um: Von Chicago ins namengebende Ozark, wo gepflegte Zeitgenossen rar sind und das Netz der Gesetzeshüter löchrig ist.

Hier, so das Kalkül, fällt es leicht, in drei Monaten acht Millionen Dollar Drogengeld zu waschen, um davor bewahrt zu werden, von den Drogenhändlern, die hinter der Reinigungsaktion stecken, in Säure aufgelöst zu werden. Und dann wartet die eigentliche Herausforderung: Im Lauf der nächsten fünf Jahre weitere 50 Millionen reinwaschen.  Das Ganze ist sehenswert, weil all das Drama auf Humor gebettet ist. Und weil auch die wichtigsten Nebenrollen, allen voran Ehefrau Wendy (Laura Linney) genügend Raum bekommen, sich zu entwicklen.

Staffel 2 wurde im August 2018 veröffentlicht.

Billions

Hier dreht sich die Geschichte an der Kreuzung von Hochfinanz und Strafverfolgung um zwei männliche Alphatiere. Beide — sowohl der Turnschuh- und Jeans-Milliardär Bobby "Axe" Axelrod (Damian Lewis), als auch Chuck Rhoades (Paul Giamatti), der Staatsanwalt im steifen dreiteiligen Anzug, — sind zwar sehr erfolgreich, aber nichts ohne ihre Ehefrauen (Malin Akerman und Maggie Siff). Wobei, und das ist Teil des Vergnügens, Rhoades’ Frau Wendy als Coach auch immer wieder Axe auf die Sprünge helfen muss. So gut hat uns schon lange kein Hahnenkampf mehr gefallen.

Grossartig ist hier auch Asia Kate Dillon, als übersmarte(r) Taylor — der erste non-binäre Charakter der Fernsehgeschichte.

Season 4 läuft ab 17. März 2019.

Grace And Frankie

Allein schon die Idee, Jane Fonda und Lily Tomlin zusammen auf den iPad-Bildschirm zu bringen ist, ist smart. Dass der Grund, der die beiden grundverschiedenen Frauen - ihre Ehemänner haben sich ineinander verliebt - etwas dünn ist, schadet der Geschichte nicht.

Und ja, natürlich sind das Vibratoren, die die beiden da in den Händen haben.

Season 4 wurde im Januar 2019 veröffentlicht.

The Affair 

Eine dieser Serien, die man von Beginn weg sehen muss, um mitzukommen. Und in diesem Fall: Um zu wissen, dass die Hauptfigur, Noah Solloway, jemand ist, dem man am liebsten fortwährend in die Fresse hauen würde. So gibt er, der in der ersten Staffel die titelgebende Affaire eingeht, fortwährend den gequälten Mann, als den wir ihn kennen, aber nicht respektieren gelernt haben — und dem wir trotzdem weiter zuschauen.

Zur Entscheidungsfindung über einen möglichen Einstiegempfehlen wir die nebenstehende Szene aus Staffel 2: Helen, die betrogene Ehefrau.

Season 4 lief ab 17. Juni 2018. Ein Datum für die fünfte und letzte Staffel steht noch nicht fest.

Mozart In The Jungle

Leichtfüssig und hintergründig. New York und Mexico. Spleenig-liebenswerte Charaktere (dargestellt u. a. von Gael García Bernal, Jason Schwarzmann und der spannenden jungen Lola Kirke, die Hailey verkörpert) und unterschwellige Romantik auf einem weichen Teppich klassischer Musik. Bravo!

In der dritten Staffel muss sich Rodrigo, der Dirigent, erklären, nachdem er — obwohl man ihm deutlich nahegelegt hat, es nicht zu tun — mit Alessandra, der Star-Sängerin, mit der er auftreten soll, geschlafen hat. “It was beautiful, it was mature, it was eccentric, it was athletic, it was artistic; you should have seen it, it was incredible” platzt es aus ihm heraus. Schön gesagt.

Season 4 lief ab 16. Februar 2018.

The Night Manager
(aus unserer Ausgabe vom 12. August 2016)

Natürlich: Tom Hiddleston hat gerade einen Moment (dass er der nächste James Bond wird, glauben wir trotzdem nicht). Berechtigt scheint uns das in erster Linie nach seinen Auftritten im wunderbaren Jim Jarmusch-Film "Only Lovers Left Alive" und in den sechs Folgen von The Night Manager. Da spielt er erstmal genau das, einen Hotel-Rezeptionisten in Nachtschicht. Weil man dabei aber allerhand Spannendes erleben kann und sein Charakter, Jonathan Pine, niemand ist, der davor die Augen verschliesst, spielt er bald schon im Auftrag des britischen Geheimdienstes MI6 bei den bösen Jungs mit und damit mit seinem Leben. 

Herrlich auch wie toll Angela Burr, Hiddlestons MI6-Verbindung, mit Olivia Colman (s. Broadchurch) besetzt ist, obwohl die Buchvorlage für die Rolle einen Mann vorgesehen hat.

Broadchurch

Diese Krimi-Serie lebt vom etwas biedern Bild der fiktiven Kleinstadt Broadchurch an der englischen Küste, vor allem aber von der unmöglichen Chemie des Ermittler-Duos Ellie Miller und Alec Hardy, die hier Morde aufdecken.

Marcella

Marcella Backland, 38, dreht ihrem Leben als Hausfrau den Rücken zu und kehrt, gebeutelt von der Beziehung zu ihrem Mann, als Detective Sergeant zur Londoner Polizei zurück. Hier fahndet sie nach einem Serienmörder, der nach Jahren der Inaktivität wieder aufgetaucht ist. Oder dienen die damaligen Fälle vielmehr jemandem als brutales Vorbild? Die Jagd erweist sich auch deshalb als spannend, weil nicht klar wird, ob nicht vielleicht Marcella selbst…

Als Plus wird hier London mit viel ästhetischem Feingefühl in Szene gesetzt.

Staffel 2 lief ab 19. Februar 2018.

The Fall

Auch hier: Serienmörder. Allerdings wissen wir als Zuschauer von Anfang an, wer es ist. Nur: Die Polizei bekommt das Bengelchen nicht zu fassen und bietet darum Detective Superintendent Stella Gibson (Gillian Anderson) auf, die anreist, ins Hotel, das glücklicherweise eine gute Bar hat, eincheckt und die Sache in coolster Manier in die Hand nimmt.

The Slap

Melbourne in der Gegenwart. Hector feiert seinen 40. Geburtstag mit Freunden und Familie. Die Anwesenden sind multikulti, mehrere soziale Schichten treffen aufeinander. Plötzlich verpasst Hectors Cousin Harry dem vierjährigen Sohn eines befreundeten Paars eine schallende Ohrfeige. Eine Ohrfeige, die das Leben aller Partygäste verändert. 

Als Zuschauer können wir uns zurücklehnen und über acht Episoden mit anschauen, wie die Ereignisse in jeder Folge aus der Perspektive 

einer anderen Figur erzählt werden — etwa der von Rosie, der Mutter des geschlagenen Kindes (das sie noch stillt) oder der von Hectors Vater Manolis, der als junger Mann aus Griechenland nach Australien emigriert ist — und welche sozialen Dynamiken sich unter den Anwesenden entwickeln. Acht kleine Erzählungen, die ein äusserst interessantes, amüsantes und, das lässt sich nicht vermeiden, mitunter nervendes Bild voller menschlicher Abgründe ergeben.

The Slap lief bereits 2011 in australischen Fernsehen und basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Christos Tsiolkas

Nicht Lieschen Müller

In 20-Minuten-Häppchen erzählt Younger die Geschichte von Liza Miller (Sutton Foster) , die sich, obwohl 40, als 26-Jährige durchs (Berufs-)Leben schlägt. Der Stoff wurde in den ersten vier Staffeln überraschend witzig umgesetzt.

Staffel 6 läuft voraussichtlich im Juni 2019.

Favorit?

Die Frage nach einer Lieblings-Serie ist nicht eindeutig zu beantworten. Zu unterschiedlich sind die Geschichten, die erzählt werden, die Gründe, warum man sie anschaut. Aber eine, die wir inzwischen drei Mal gesehen haben, qualifiziert bestimmt: Studio 60 On The Sunset Strip. Dabei blicken wir hinter die Kulissen einer wöchentlichen amerikanischen TV-Sketch-Show in der Tradition von Saturday Night Live. Was wir da zu sehen — und in brillanten Dialogen zu hören — bekommen, ist meiner Meinung nach etwas vom schlausten, was je im amerikanischen Fernsehen gelaufen ist. Viele der Schauspieler laufen zu Höchstform auf, etwa Bradley Whitford als Produzent oder Amanda Peet als Kopf der Sendergruppe, die der Überzeugung ist “the people who watch TV are no dumber than the people who make it” — im Umfeld einer Satire-Show eine wertvolle Erkenntnis. Einem weiteren Hauptdarsteller hat der Schöpfer der Sendung, Aaron Sorkin, zur einzig guten Rolle verholfen, die er je hatte; Matthew Perry spielt den Autoren der Show.

Studio 60 lief 2006 an und wurde nach nur einer Saison abgesetzt. Manche sagen, die Serie war zu geistreich fürs US-Publikum. Speziell vor dem aktuellen politischen Hintergrund büsst sie nichts an Sehenswertigkeit ein.