Sergei Polunin

Superlative überall, wenn es um Ballett-Tänzer Sergei Polunin geht. Jüngster Principal am Royal Ballet in London, James Dean des Balletts, der neue Nurejew. Technisch überlegen, atemberaubende (hier passt der Begriff ausnahmsweise) Sprünge, unbändige Kraft.
Seit 2015 tanz er im Video von David LaChapelle zu Hoziers kraftvollem "Take Me To Church".
Endgültig überzeugt hat er uns aber, als er im Rahmen des einmaligen Origen-Festival im Sommer 2017 auf dem Julierpass auf der hängenden Bühne des temporären Festival-Turms für seine Kunst gelitten hat.
Wiederholt hat er das Kunststück im Sommer 2018, als er in der St. Moritzer Reithalle(!) Strawinskys "Sacre du Printemps" in einer Choreografie von Yuka Oishu uraufgeführt hat.
Im Janaur 2019 dann: Kritische Äusserungen zu Homosexuellen, Dicken und offene Verehrung für Wladimir Putin. Einiges sei falsch verstanden worden, anderes fehlinterpretiert, sagte er darauf. Doch dafür entschuldigen wolle und könne er sich nicht. Und die Sache mit Putin, ja, die stimme, der sei für ihn eine Lichtgestalt.
Und damit steht einmal mehr die Frage im Raum, ob der Künstler von seinem Werk gesondert betrachtet werden kann. Wir haben sie noch nicht abschliessend beantwortet...