Janis Joplin wurde im November 1969 in Florida verhaftet, weil sie während eines Konzert Polizisten mit Obszönitäten bedacht hatte. Die Anklage wurde aber fallen gelassen, nachdem ein Richter befand, dass sie nur von ihrem Recht auf freie Meinungsäusserung Gebrauch gemacht hatte. 

Hommage an Janis Joplin

Aus unserer Ausgabe vom 3. Oktober 2016
Morgen jährt sich zum 46. Mal der Todestag von Janis Joplin. Die am 19. Januar 1943 in Texas geborene Sängerin ist am 4. Oktober 1970 in Los Angeles an einer Überdosis Heroin gestorben. Der Einfluss, den sie auf spätere Generationen hatte, ist nur schwer abzuschätzen. Ein Leben, in dem wir uns nicht auf Janis berufen können, möchten wir uns nicht vorstellen. Eine Hommage.
Einflüsse
Bessie Smith
Die 1894 oder 1895 geborene Blues-Sängerin gehörte zu den bedeutendsten schwarzen Musikerinnen ihrer Generation und galt als Idol der armen schwarzen USA. 33 Jahre lang lag sie nach ihrem Tod durch einen Autounfall 1937 in einem Grab ohne Kreuz und Blumen. Im Juli 1970 setze Joplin ihr einen Grabstein mit der Inschrift THE GREATEST BLUES SINGER IN THE WORLD WILL NEVER STOP SINGING.
Anspieltipp: Long Old Road
Billie Holiday
Die Jazz-Sängerin (1915 bis 1959), die ihrerseits Bessie Smith als Einfluss zitierte, kam von ganz unten. Die Widersprüche Amerikas haben sie, die nicht nur Diva war, sondern auch Prostituierte und drogensüchtig, geprägt, zum Klingen gebracht. Holiday sang nur, was sie fühlte. "Gib mir ein Lied, bei dem ich etwas fühlen kann und es wird mir nie Arbeit machen", soll sie gesagt haben.
Anspieltipp: Fine And Mellow
Lead Belly
Der Blues-Sänger und Musiker (1889 bis 1949), kein Unbekannter im Knast, fiel mit seiner tiefen, schwingenden Stimme auf, die davon geprägt war, den Lärm in den Spelunken, in denen er auftrat, zu übertönen.
Anspieltipp: Where Did You Sleep Last Night
Die zwölf besten Songs von Janis Joplin
Unsere persönliche Auswahl
Me And...
Trotz angeblich vieler Männer in ihrem Leben ist Janis einsam geblieben, was sich etwa in diesem Zitat äussert: “Onstage, I make love to 25'000 people. Then I go home alone.” Mindestens zwei Männer haben ihr Songs geschenkt. Kris Kristofferson "Me And Bobby McGee", der zu einem der bekanntesten Songs von Joplin wurde. Kristofferson hatte den Song 1969 zusammen mit Fred Foster zwar für Roger Miller geschrieben, ihn später aber Joplin vorgesungen und sie hat ihn wenige Tage vor ihrem Tod aufgenommen; veröffentlicht wurde ihre Version erst danach. Das Lied und die Zeile "Freedom's just another word for nothing left to lose" bleiben wohl auf ewig mit der jungen Frau aus Texas assoziiert.
Hier Kristoffersons eigene Version.
Leonard Cohen hat seinen eigenen Song Chelsea Hotel #2 für Janis geschrieben. Im Intro dieser Live-Version erzählt er von einer Begegnung mit ihr und gibt einen schönen Einblick ins Selbstverständnis der damaligen Zeit.
Tattoos und kein Whiskey
Lange bevor das für Frauen üblich war, setzte sich Joplin unter die Tätowier-Nadel. In Janis' Tattoo eines Florentiner Armbands, gestochen vom legendären Künstler Lyle Tuttle in San Francisco, wird viel Symbolik gelegt; es wurde und wird immer wieder als Zeichen der Befreiung der Frau interpretiert. 
Der klebrig-süsse Southern Comfort, ein Likör auf Whiskey-Basis, war ein ständiger Begleiter Joplins. Eine Flasche soll sie auf Jim Morrisons Kopf zertrümmert haben. Der Drink wurde durch sie so populär, dass die Firma ihr als Dank einen Pelzmantel geschenkt haben soll.