Musikduelle

My Way
(aus unserer Ausgabe vom 9. April 2019)

Es gibt die Theorie, dass Punk von einem seiner prominentesten Protagonisten umgebracht, ja kaltblütig ermordet wurde. Der Moment war nach dieser Theorie der, in dem es Sid Vicious 1978 nicht gelang, „My Way“ von Frank Sinatra zu zerstören. Als er bei seiner Interpretation des Songs vielmehr tiefem, ehrlichem Respekt gegenüber dem angestammten Sänger erlag. Respekt, der durch jede zerschundene Silbe dringt.

Auch Nina Hagen konnte von dem Song nicht die Finger lassen.

Du entscheidest, wer Sinatra besser in den Arsch tritt. Oder eben nicht.

Zum Original geht es hier.

Duell der Wut
(aus unserer Ausgabe vom 14. Februar 2019)

Die Popkultur und ihre fortwährenden Bezüge zur eigenen Vergangenheit… 

Gerade ist es mal wieder soweit — die Chemical Brothers verwerten in ihrem neuen Song "MAH" den Höhepunkt der berühmte “Mad As Hell”-Rede aus dem Film Network von 1976 (oben). Sicher ein guter, nein ein exzellenter, Zeitpunkt für diese Botschaft. Nur… Der Zeitpunkt war schon vor zehn Jahren richtig — damals hat Ebony Bones die flammende Rede in der Eröffnung ihres Stücks „In G.O.D. We Trust (Gold, Oil & Drugs)“ versampelt. Zehn Jahre Ausnahmezustand also? Ab und zu kommt es mir so vor. 

Im Vergleich dazu ist der Entscheid, wer mit dem Ursprungsmaterial besser umgegangen ist, ein leichter.

Musik mit Ansage
(aus unserer Ausgabe vom 21. Januar 2019)

Musik mit Ansage ist grundsätzlich eine gute Sache. Ebenso wie Menschen, die entscheiden können, sympathisch sind. Drum: Beide Songs anhören und dich festlegen, wer dieses Duell gewinnt.

Musik aus Michigan
(aus unserer Ausgabe vom 24. Oktober 2018)

Da war ich vor vielen Jahren mal im Schüleraustausch in Michigan und seither begleitet mich eine gewisse Affinität zu diesem Bundesstaat. Dass dieser Tage gleich zwei Alben von Künstlern aus Michigan erscheinen, ist Grund genug für ein Musikduell aus dem Mittleren Westen der USA. 

Dafür habe ich ganz subjektiv den jeweils besten Song aus “Love Is Magic” von John Grant und “Anthem Of The Peaceful Army” von Greta Van Fleet ausgesucht.

Tod oder Sonnenschein
(aus unserer Ausgabe vom 2. Juli 2018)

Ein schönes Beispiel für den Unterschied zwischen dem frankophonen und amerikanischen Selbstverständnis ist der Song, aus dem wir heute das Musikduell machen.

Jacques Brel hat den Song 1961 geschrieben und aufgenommen; er nannte ihn "Le Moribond”, der Sterbende. Beim Amerikaner Terry Jacks wurden 13 Jahre später “Seasons In The Sun” draus.

Man sagt, Jacks hätte das Stück auf einem Album des Kingston Trio gehört und es zu einer Aufnahme-Session der Beach Boys mitgenommen, die er produzierte. Die Beach Boys nahmen zwar eine Demoversion auf, haben sie aber nie veröffentlicht. 

Hätte es einen Einfluss auf den Sieger des Duells, wenn sie statt Jacks damit antreten würden…?

Rock ’n’ Roll, gerettet. Mal wieder.
(aus unserer Ausgabe vom 12. April 2018)

Grade haben Starcrawler aus Los Angeles beim Label Rough Trade Records ihr erstes, nach dem Bandnamen benanntes, Album veröffentlicht und schon sagen gewisse Stimmen der Band nach, sie sei die Rettung des Rock ’n’ Roll. 2002 war das ähnlich. Damals  kam die Band aus New York, hiess Strokes und das Album “This Is It”.

Zum Duell treten an: Die Debüt-Singles der beiden Bands.

Melodiöse Verwandschaft
(aus unserer Ausgabe vom 26. Februar 2018)

Heute lassen wir zwei Songs wegen nichts anderem als ihrer subjektiv empfundenenmelodiösen Verwandtschaft gegen einander antreten.

“Like Losers Do" der Schweizer Band Howlong Wolf und “Where The Wild Roses Grow” von Nick Cave & The Bad Seeds.

Memphis
(aus unserer Ausgabe vom 27. Juli 2017)

Der am Samstag verstorbene (Deutsch-)Schweizer Nationalmusiker Polo Hofer, Beweger und Bewegter, war unter anderem Americana-Fan. Das äussert sich zum Beispiel in seiner Cover-Version des Marc Cohn-Songs “Walking In Memphis”, die wir heute gegen das Original antreten lassen.

In Hofers Version gefällt mir besonders, wie er den Text übersetzt, ohne zu stark am Original zu kleben.

Dem Outfit geschuldet
(aus unserer Ausgabe vom 3. Mai 2017)

Dieses Duell hast du herausgefordert, als du den rot-weissen Anzug für dein Video zu "Fire" ausgesucht hast, Beth Ditto. Deinen Gegner lassen wir im Glitzer-Einteiler mit "A Big Hunk Of Love" antreten.

Frühling
(aus unserer Ausgabe vom 23. Februar 2017

Die ersten, zaghaften Zeichen des Frühlings lassen wir uns gerade von ‘Hallelujah Money’, dem aktuellen Gorrilaz/Benjamin Clementine-Song begleiten. Dann taucht beim Hören gedanklich allerdings plötzlich 'Anthem' auf, das 1994er Stück von Malcolm McLaren.

Entscheide selbst, welches das bessere Frühlings-Lied ist.

Kapitulation
(aus unserer Ausgabe vom 14. Dezember 2016)

Auch schon dran gedacht, einfach zu… kapitulieren? Nun, wir hoffen, es gibt keinen Anlass dazu. Musikalisch allerdings ist Kapitulation immer eine Option und einmal mehr kannst du entscheiden, wer ein Thema besser umsetzt, welcher Denkansatz dir besser gefällt.

Nr. 7
(aus unserer Ausgabe vom 8. September 2016)

Suzi Quatro (links) und Haley Bonar. Beide waren bei der Veröffentlichung ihres siebten
Albums
Anfang 30.

Wir hören gerade überall, Haley Bonar, die kanadisch-amerikanischeSängerin, werde unterbewertet. Anlass dazu ist ihr eben erschienenes siebtes Album "Impossible Dream". Nun, ich bin nicht ganz dieser Meinung; ihr neues Album überzeugt mich nicht vollauf. Aber setzen wir es doch einem Duell aus. Einem Duell mit der ebenfalls siebten Platte einer Musikerin aus einer anderen Epoche: "Rock Hard" von Suzi Quatro. Entschieden wird anhand des — subjektiv besten Songs auf Haleys Album: Track Nr. 7; Jealous Girls. Dagegen lassen wir Track Nr. 7 von Suzies Rock Hard antreten: Hard Headed.