Crazy Girl. Crazy

Aus unserer Ausgabe vom 27. März 2018.
Wo beginnen, Barbara Hannigan zu erklären? Am Lucerne Festival 2014, wo sie, Ligetis “Le Grand Macabre” singend, dirigierend, in Lack und, wie schockierend! nackten Armen, vor dem Mahler Kammerorchester steht (oben)...? Beim Rolf Schock-Preis, der ihr eben von der Kungl. Musikaliska Akademien, der Königlichen Schwedischen Akademie der Musik also, verliehen wurde...? Begründung: Eine aussergewöhnliche und innovative Künstlerin, die sich der Musik, die sie aufführt, intensiv und dynamisch nähert. Vielmals sind das schlicht virtuose Bühneninterpretationen, in denen sie oft gleichzeitig die Rolle der Solistin und der Dirigentin übernimmt. Beim aktuellen Grammy in der Kategorie “Best Classical Vocal Performance” für das Album “Crazy Girl Crazy”...?
Vielleicht muss man die Kanadierin ja aber auch gar nicht erklären und es reicht, sich ihren Auftritt an den diesjährigen “Les Victoires de la Musique Classique” in Evian anzusehen (oder einen beliebigen anderen auf ihrer Website). Denn dabei wird überdeutlich: Es gibt keine Grenzen. Gerade für Frauen nicht.